Smartphone mit SIM-Karten-Schublade auf einem Holztisch in einem andalusischen Café

Dasselbe Netz, ein Drittel des Preises: Handytarife in Spanien

Ein Handytarif in Spanien mit spanischer Nummer kostet bei Pepephone 7 € im Monat für 50 GB, bei Movistar 20 € für dasselbe Volumen. Beide funken über Netze, die wenigen Konzernen gehören. Den Unterschied macht die Marke auf der SIM. Die Technik dahinter ist dieselbe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Preis: 50 GB kosten je nach Marke 7 € oder 20 € im Monat
  • Pflicht: Ausweis für jede SIM, beim Vertrag zusätzlich ein Bankkonto
  • Frist: Rufnummernmitnahme innerhalb eines Werktags, gesetzlich vorgegeben

Handytarif Spanien: vier Netze, ein Dutzend Marken

Spanien hat vier eigene Mobilfunknetze und weit mehr Markennamen, die darauf funken. Genau das verwirrt am Anfang. Wer bei einer kleinen Marke unterschreibt, nutzt oft dieselbe Technik wie der Nachbar mit dem doppelt so teuren Vertrag, und wer die Besitzverhältnisse kennt, erkennt die günstigere Verpackung sofort.

Am 03.04.2024 fusionierten Orange España und Grupo MASMOVIL zu MASORANGE. Unter diesem Dach liegen neun nationale Marken: Orange, Yoigo, Jazztel, MASMOVIL, Simyo, Pepephone, Lebara, Lyca und Llamaya. Dazu kommen fünf regionale Marken, darunter Euskaltel und R. Zusammen sind das vierzehn Marken.

Vodafone España gehört nicht mehr zum britischen Konzern. Die spanische Wettbewerbsbehörde (spanisch: Comisión Nacional de los Mercados y la Competencia, kurz CNMC) genehmigte am 31.01.2024, dass Zegona Communications die Kontrolle übernimmt. Die Marke blieb. Der Eigentümer nicht.

Lowi ist keine eigenständige Firma. Auf der eigenen Website steht der Satz „Lowi es una marca registrada de Vodafone España, S.A.U.“, wer dort bucht, funkt also im Vodafone-Netz. Das erklärt den Preis. Eine eigene Infrastruktur muss diese Marke nicht bezahlen.

Warum Digi für Zugezogene der interessanteste Name ist

Die Europäische Kommission genehmigte das Gemeinschaftsunternehmen von Orange und MASMOVIL am 20.02.2024 nur unter Auflagen. Eine davon betrifft Digi. Spektrum in den Bändern 1.800 MHz, 2.100 MHz und 3,5 GHz musste an Digi abgegeben werden, damit der Anbieter ein eigenes Netz aufbauen kann.

Die Kommission billigte Digi ausdrücklich als „suitable purchaser and future mobile network operator“. Sie nannte das Unternehmen den größten und am schnellsten wachsenden MVNO Spaniens. Optional darf Digi das Netz des Gemeinschaftsunternehmens weiter mitnutzen. So steht es in der Entscheidung.

Einen Digi-Preis findest du in unserer Tabelle trotzdem nicht. Die offizielle Anbieterseite sperrt den automatischen Abruf, und geschätzte Zahlen kommen hier nicht ins Haus. Frag im Laden nach. Das dauert zehn Minuten.

Starter-Kit: Die ersten Wochen in Andalusien

Unser kostenloses Expat Starter Kit führt dich durch die ersten Wochen in Spanien, mit Checkliste für Empadronamiento, N.I.E. Nummer und Behördengängen. Du bekommst die 7 wichtigsten Schritte kompakt als PDF.

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Was die Tarife kosten

Die folgenden Preise stammen von den Tarifseiten der Anbieter selbst, abgerufen am 21.09.2026, jeweils mit spanischer Mehrwertsteuer und durchweg in Euro. Preisseiten erkennen das Land des Besuchers. Deshalb haben wir bei jedem einzelnen Aufruf mitgeprüft, welche Währung die Seite tatsächlich ausgibt, und keinen einzigen Betrag umgerechnet.

Movistar verlangt für die Tarifa Móvil 50 GB 20 € im Monat, mit unbegrenzten Anrufen und ohne Mindestlaufzeit. Simyo berechnet für 50 GB mit Anruf-Flatrate 7,50 €. Derselbe Umfang, ein Drittel des Preises. Bei Simyo sind zusätzlich 200 Minuten in ausgewählte Länder enthalten, unter anderem in die EU, nach Großbritannien und in die USA.

Fünf Spalten, sieben Anbieter. Preis je Monat, Datenvolumen, Mindestlaufzeit und Anrufe ins Ausland stehen nebeneinander.

Handytarife in Spanien im Vergleich. Geprüft am 21.09.2026, Quelle: Tarifseiten der Anbieter.

Anbieter

Preis je Monat

Datenvolumen

Mindestlaufzeit

Anrufe ins Ausland

Movistar

20 €

50 GB

keine

nicht ausgewiesen

Orange

15 €

120 GB

keine

nicht ausgewiesen

Yoigo

8 €

10 GB

keine

nicht ausgewiesen

Simyo

7,50 €

50 GB

keine

200 Minuten

Pepephone

7 €

50 GB

keine

nicht ausgewiesen

Lowi

8 €

50 GB

keine

nicht ausgewiesen

Finetwork

7 €

50 GB

keine

nicht ausgewiesen

Orange listet Go Flex mit 15 € im Monat ohne Aktion und 120 GB für sechs Monate. Yoigo startet mit der Tarifa Móvil Barata bei 8 € für 10 GB. Teuer wird es nur oben: laut den Tarifseiten vom 21.09.2026 verlangt Movistar für 50 GB 20 €, während Pepephone und Finetwork dasselbe Volumen für je 7 € abgeben. Lowi nimmt für 50 GB 8 €.

Eine Mindestlaufzeit verlangt keiner dieser sieben Anbieter: keine, steht in jeder Zeile. Orange bindet dich nur dann 24 Monate, wenn du ein Gerät auf Raten dazunimmst. Bei Movistar, Orange, Yoigo, Pepephone, Lowi und Finetwork sind Auslandsminuten auf den Tarifseiten nicht ausgewiesen. Frag vorher nach.

Was du für einen Vertrag brauchst

Die entscheidende Frage der ersten Wochen lautet nicht, welcher Tarif der beste ist. Sie lautet anders. Ein spanischer Mobilfunkvertrag hängt an zwei Dingen, die frisch Zugezogene meistens noch nicht besitzen: einem anerkannten Ausweisdokument und einem spanischen Konto für die monatliche Lastschrift, und beides braucht seine eigene Wartezeit.

Simyo nennt die zulässigen Dokumente wörtlich: „DNI, NIE, Pasaporte o CIF“. Ein Reisepass reicht dort aus. Die N.I.E. Nummer ist damit kein Toröffner, sondern eine Möglichkeit von mehreren.

Für Vertragstarife verlangt Simyo zusätzlich „una cuenta bancaria“, also ein Bankkonto für die monatliche Abbuchung. Liegt der Betrag über 210 € oder kaufst du ein Gerät auf Raten, kommt ein Nachweis dazu: eine Kopie einer bereits abgebuchten Rechnung oder der Kontounterlagen. Ein spanisches Girokonto erfüllt beides.

Das Empadronamiento verlangt Simyo für den Mobilfunkvertrag nicht, und wir haben bei keinem Anbieter eine offizielle Anforderung dieser Art gefunden. Für das Konto brauchst du sie früher oder später trotzdem. Das Konto dauert am längsten. Die Reihenfolge lautet: Ausweis, Meldung, Konto, Vertrag.

Prepaid: die SIM ohne Vertrag

Prepaid löst das Kontoproblem, denn hier bezahlst du im Voraus und brauchst weder Lastschrift noch Bonitätsprüfung. Der Anbieter weiß trotzdem, wer du bist. Spanien verlangt seit Jahren, dass jeder Käufer einer Prepaid-Karte namentlich registriert wird, der Ausweis gehört beim Kauf zwingend dazu, und der Anbieter bewahrt die Angaben in einem eigenen Register auf.

Die Grundlage steht in der Ley 25/2007. Betreiber müssen ein Registerbuch (spanisch: libro-registro) führen mit Name, Nachname und Staatsangehörigkeit des Käufers sowie Nummer und Art des vorgelegten Ausweisdokuments. Ein Reisepass genügt. Ohne Papier keine aktive Karte.

Bei Orange kostet die Prepago 10 zehn Euro und bringt 60 GB plus 20 GB Bonus mit unbegrenzten nationalen Anrufen, gültig 28 Tage. Die Prepago 15 liegt bei 15 € mit 240 GB, aufgeladen wird online oder im Laden. Im EU-Roaming zählen bis zu 26 GB.

Wichtig ist die Verfallsfrist. Bei Vodafone verlängert sich die Gültigkeit mit jeder Aufladung um sechs Monate. Danach sind nur noch eingehende Anrufe möglich, und es fällt eine Inaktivitätsgebühr von 0,50 € je 30 Tage an. Nach sieben Monaten ohne Aufladung ist die Nummer weg.

Nummer mitnehmen und Roaming

Wer erst eine Prepaid-Karte nimmt und später zu einem Vertrag wechselt, muss die vertraute Nummer nicht aufgeben. Die Rufnummernmitnahme (spanisch: portabilidad) ist Pflicht. Der neue Anbieter erledigt sie komplett für dich, du unterschreibst nur ein einziges Mal, und der alte Vertrag endet automatisch mit dem Wechsel.

Das Telekommunikationsministerium schreibt dazu: „El plazo previsto por la legislación vigente es de 1 día hábil desde el momento que el usuario llega a un acuerdo con el nuevo operador“. Ein Werktag also, gerechnet ab der Einigung mit dem neuen Anbieter. Die amtliche Frist ist damit kurz. Lowi nennt auf der eigenen Seite 24 bis 48 Stunden.

Warum dann überhaupt eine spanische Nummer? Die deutsche Karte funktioniert in Spanien schließlich ohne Aufpreis. Die Verordnung (EU) 2022/612 regelt genau das und gilt bis 2032. Sie erlaubt dem Anbieter aber ausdrücklich, bei missbräuchlicher oder untypischer Nutzung einen Aufschlag zu verlangen, gemeint ist die Nutzung in einem Mitgliedstaat zu anderen Zwecken als gelegentlichen Reisen.

Im Klartext: Der Umzug nach Andalusien ist keine Reise. Irgendwann meldet sich der deutsche Anbieter mit einer Nachfrage oder einer Rechnung. Bei einer britischen Karte ist es klarer. Seit dem 01.01.2021 gibt es für britische Netzbetreiber keine Pflicht mehr, im Europäischen Wirtschaftsraum ohne Aufschlag zu funken.

Reise-eSIM, Festnetz oder spanische Nummer

Drei Fragen werden ständig verwechselt. Hier geht es um den Mobilfunkvertrag mit spanischer Nummer, also um die Nummer, die du bei der Bank, beim Bizum und beim Handwerker angibst. Die beiden anderen Fälle behandeln wir getrennt, weil dahinter eine völlig andere Technik und ein anderer Vertrag stecken.

Wer zwei Wochen bleibt, braucht nur Datenvolumen. Eine spanische Nummer braucht dafür niemand. Was die Reise-eSIMs kosten und welche in Spanien taugen, steht im eSIM-Vergleich für Spanien.

Glasfaser ist ein anderer Vertrag. Dahinter stecken eine eigene Laufzeit, ein Technikertermin im Haus und eine eigene Rechnung. Die Anbieter dafür haben wir im Vergleich der Internet-Anbieter gegenübergestellt.

Mehr steht im Bereich Leben in Andalusien. Dort liegen Strom, Bank, Behörden und Alltag nebeneinander, Artikel für Artikel. Wer gerade angekommen ist, liest der Reihe nach.

Was der Alltag in Spanien sonst kostet, haben wir in den echten Preisen in Spanien nachgerechnet. Miete, Strom, Versicherung, Lebensmittel. Der Handytarif liegt mit 7 € bis 20 € im Monat am unteren Rand dieser Liste.

Die spanische Nummer öffnet den Rest. Ohne sie kommt keine SMS-Freigabe der Bank an, und ohne Bankkonto läuft weder die Stromanmeldung noch der Handyvertrag. Die Kette beginnt beim Ausweis und endet beim Vertrag.

Genau hier entsteht die Lücke, die jeder Zugezogene kennt. Du landest, brauchst sofort Daten für Karten, Termine und Formulare, aber der Vertrag setzt Ausweis, Meldung und Konto voraus. Bis diese Kette steht, vergehen Wochen. Für diese Wochen brauchst du eine Lösung, die ohne spanische Papiere funktioniert und sich nicht in eine zweijährige Bindung verwandelt.

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Unsere Empfehlung: eSIM von Saily

Saily ist eine eSIM für die Wochen zwischen Ankunft und spanischem Vertrag. Du buchst sie vor dem Abflug, ohne N.I.E. Nummer, ohne Empadronamiento und ohne spanische IBAN, und hast Daten ab der Landung. Eine spanische Rufnummer ersetzt sie nicht. Sobald dein Konto steht, nimmst du den günstigsten Tarif aus der Tabelle oben.

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Häufige Fragen

50 GB mit Anruf-Flatrate kosten bei Pepephone 7 € und bei Finetwork ebenfalls 7 €, bei Simyo 7,50 € und bei Lowi 8 €. Movistar liegt mit der Tarifa Móvil 50 GB bei 20 € im Monat. Alle Preise wurden am 21.09.2026 auf den Anbieterseiten geprüft.

Simyo akzeptiert laut eigener Auskunft „DNI, NIE, Pasaporte o CIF“; mit dem Reisepass kommst du dort also durch. Für einen Vertragstarif verlangt der Anbieter zusätzlich ein Bankkonto für die Lastschrift. Ohne Konto bleibt Prepaid der einfachere Weg.

Das zuständige Ministerium setzt die gesetzliche Frist auf einen Werktag, nachdem du dem neuen Anbieter zugesagt hast. Auf den Hilfeseiten von Lowi steht ein Fenster von 24 bis 48 Stunden. Der alte Vertrag endet dabei automatisch, du musst ihn nicht getrennt kündigen.

Tarif, Ausweis, Konto, Nummer: Jeder dieser Schritte hängt am vorigen, und die Reihenfolge entscheidet, wie lange du ohne spanische Nummer lebst. Genau diese Abfolge haben wir für alle Behördengänge einmal komplett durchgerechnet. Nicht als Sammlung von Einzelartikeln. Als einen Fahrplan mit Terminen, Kosten und Reihenfolge.

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Fazit

Dasselbe Netz, dieselben 50 GB im Monat, und dann stehen da 7 € oder 20 €. Beide Tarife laufen ohne Mindestlaufzeit. Beide liegen auf Infrastruktur, die inzwischen wenigen Konzernen gehört. Ein Markenwechsel spart dir im Jahr einen dreistelligen Betrag.

Die Verordnung (EU) 2022/612 deckt gelegentliche Reisen ab, nicht den Umzug. Britische Netzbetreiber sind seit dem 01.01.2021 ohnehin zu nichts mehr verpflichtet. Die Heimatkarte trägt das nicht auf Dauer. Besorg dir die spanische Nummer, sobald Ausweis und Konto stehen; die Mitnahme später dauert einen Werktag.

Quellen und Stand

Movistar, Tarifas móviles · Orange, Tarifa móvil más barata und Prepago · Yoigo, Tarifas móviles · Simyo, Tarifas móvil und Preguntas frecuentes · Pepephone, Móvil · Lowi, Tarifas móviles · Finetwork, Tarifas móvil · Vodafone España, Validez de tarjetas prepago · Europäische Kommission, IP/24/928 vom 20.02.2024 · CNMC, Zegona/Vodafone vom 01.02.2024 · Orange España, Nota de prensa MASORANGE vom 03.04.2024 · BOE, Ley 25/2007 · Oficina de Atención al Usuario de Telecomunicaciones, Telefonía móvil · EUR-Lex, Verordnung (EU) 2022/612 · House of Commons Library, CBP-8649. Alle Quellen abgerufen am 21.09.2026. Geprüft am 21.09.2026.

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