Führerschein in Spanien: Autoescuela, DGT-Prüfung, sechs Monate Frist
Einen Führerschein in Spanien machen heißt: ärztliches Attest, Theorieprüfung, Praxisprüfung. In Sevilla liegen die Gesamtkosten bei 950 bis 1.600 Euro, die Prüfungsgebühr der DGT beträgt 94,05 Euro und deckt zwei Prüfungstermine ab. Ob Du es brauchst, entscheidet Dein Pass.
Das Wichtigste in Kürze
Führerschein in Spanien machen: Wer muss, wer darf nur umschreiben
Nicht jeder, der in Andalusien hinter dem Steuer sitzt, braucht eine spanische Fahrprüfung. Ob Du von vorn anfängst oder nur ein Dokument tauschst, hängt an einer einzigen Frage. Welcher Staat hat Deinen Führerschein ausgestellt? Davon hängen Fristen, Gebühren und die Frage ab, ob Du überhaupt eine Autoescuela von innen siehst.
Mit einem deutschen oder österreichischen Papier in der Tasche bist Du erst einmal fein raus. Die DGT formuliert es selbst so: Dein europäischer Führerschein ist gültig, solange er in Kraft ist. Umgeschrieben wird freiwillig. Wie das Umschreiben in Spanien abläuft, steht in einem eigenen Artikel, und dieser Text hier ersetzt ihn nicht: Er fängt dort an, wo Umschreiben nicht mehr geht.
Eine Ausnahme gibt es doch. Trägt Dein EU-Führerschein kein Ablaufdatum oder eine Gültigkeit von mehr als 15 Jahren (Klassen AM, A1, A2, A, B und B+E) beziehungsweise von mehr als 5 Jahren (Lkw- und Busklassen wie C1, C, D1 und D), musst Du ihn zwei Jahre nach der Begründung Deines gewöhnlichen Wohnsitzes in Spanien erneuern lassen. Das ist eine Erneuerung, keine Prüfung.
Anders sieht es aus, wenn Dein Führerschein aus den USA, Kanada, Australien oder Südafrika stammt. Diese Länder stehen nicht auf der Liste der Abkommensstaaten der DGT. Dein Dokument gilt nach der Wohnsitznahme noch sechs Monate, danach ist Schluss. Es bleibt der Weg über die Autoescuela.
Für Briten ist die Lage seit dem 16. März 2023 deutlich entspannter, als in vielen Foren steht. An diesem Tag griff das gegenseitige Anerkennungsabkommen zwischen Spanien und dem Vereinigten Königreich. Wer einen britischen oder nordirischen Führerschein besitzt, tauscht ihn ohne Theorie- und ohne Praxisprüfung um. Geprüft wird dabei nichts.
Neuseeland kam am 2. Juni 2023 dazu. Kein Abkommen heißt dagegen: komplett neu machen. Die DGT führt die Abkommensstaaten in einer öffentlichen Liste, und fehlt Dein Land dort, beginnt die Ausbildung bei null.
Wer neu anfängt, braucht drei Dinge. Das Mindestalter für den Permiso B liegt bei 18 Jahren, dazu kommen ein Wohnsitz in Spanien und die Bedingung, dass kein Gericht Dir das Fahren untersagt hat. Den Wohnsitz weist Du mit Deiner Residencia nach; für EU-Studierende verlangt die DGT mindestens sechs Monate ununterbrochenen Aufenthalt.
Ohne N.I.E. Nummer geht in der Autoescuela gar nichts. Sie steht auf jedem Antrag, den die Fahrschule für Dich bei der Provinzstelle einreicht, und sie steht auf dem ärztlichen Attest. Wer sie noch nicht hat, holt sie zuerst.
Die Meldebestätigung aus dem Empadronamiento beim Ayuntamiento ist der zweite Baustein, den die Fahrschule sehen will. Sie belegt, in welcher Provinz Du wohnst. Das klingt nach Formalie, bestimmt aber, in welchem Prüfzentrum Du am Ende sitzt.
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Von der Anmeldung bis zur Praxisprüfung: So läuft es ab
Der Weg zum spanischen Führerschein besteht aus vier Stationen in fester Reihenfolge: Arzt, Anmeldung, Theorie, Praxis. Kosten fallen an drei Stationen an. Die Autoescuela übernimmt dabei den Papierkram, Du selbst musst nur zu den vereinbarten Terminen erscheinen, und eine vertauschte Reihenfolge kostet Dich vor allem Wartezeit auf neue Termine.
Rechne mit diesem Aufwand. Das ärztliche Attest ist ab Ausstellung 90 Tage gültig, und in dieser Frist muss Dein Prüfungsantrag bei der Behörde liegen. An laufenden Kosten stehen die Prüfungsgebühr und die Fahrstunden an, deren Preis jede Fahrschule selbst festlegt.
Die Voraussetzungen sind schnell genannt: 18 Jahre, Wohnsitz in Spanien, gültiges Attest. Mehr verlangt die DGT nicht. Nach bestandener Praxisprüfung bekommst Du eine vorläufige Fahrerlaubnis, die nur in Spanien gilt. Die Karte selbst kommt nach rund anderthalb Monaten per Post.
So machst du den Führerschein in Spanien
- Ärztliches Attest holen
Untersuchung im Centro de Reconocimiento de Conductores, danach 90 Tage gültig. - Autoescuela wählen
Tarife und Ausbildungsvertrag verlangen, bevor Du etwas unterschreibst. - Prüfungsantrag stellen und Gebühr zahlen
Tasa 2.1 über 94,05 Euro, gültig für zwei Prüfungstermine. - Theorieprüfung ablegen
Sprache vorab wählen, Ergebnis am selben Tag abrufbar. - Fahrstunden nehmen
Die DGT empfiehlt eine Mindestdauer von 45 Minuten je Fahrstunde. - Praxisprüfung im Verkehr
Danach vorläufige Fahrerlaubnis, Karte nach rund anderthalb Monaten.
Was die Autoescuela für Dich erledigt
Die Fahrschule reicht den Antrag auf die Prüfungen ein, meldet Dich zu Terminen an und bezahlt die Gebühr über das amtliche Zahlformular (spanisch: Modelo 790). In ihrem Manual de buenas prácticas verlangt die DGT, dass jede Autoescuela ihre Tarife mit der Angabe zeigt, was darin enthalten ist, und einen Ausbildungsvertrag (spanisch: Contrato de enseñanza) ausstellt. Lass Dir beides aushändigen. Tarifblatt und Vertrag gehören zur Anmeldung dazu.
- Ärztliches Attest aus dem Centro de Reconocimiento de Conductores, nicht älter als 90 Tage
- Gültiger Ausweis oder Reisepass sowie die N.I.E. Nummer
- Zahlungsbeleg der Prüfungsgebühr über 94,05 Euro
Wer den Antrag ohne Fahrschule selbst stellt, braucht dafür einen Termin bei der Provinzstelle und damit den ganzen Zirkus mit der Cita Previa. Online geht es auch. Clave, elektronischer Ausweis oder digitales Zertifikat reichen dafür aus. Das spart die Vermittlungsgebühr der Fahrschule, verlangt aber, dass Du jeden Termin selbst im Blick behältst.
Die Praxisprüfung auf offener Straße
Geprüft wird im normalen Verkehr, nicht auf einem abgesperrten Platz. Die DGT listet dafür 15 Bewertungsblöcke auf, von der Vorabkontrolle des Fahrzeugs über Einfädeln, Kreuzungen, Spurwechsel und Überholen bis zum Anhalten und Parken. Der Prüfer vermerkt jeden Fehler, den Du während der Prüfung machst, in einem Bericht. Diskutiert wird darüber erst hinterher.
Bestandene Prüfungen bleiben zwei Jahre gültig. Wer die Theorie schafft und danach zweimal an der Praxis scheitert, muss nicht erneut Fragen beantworten, sondern zahlt eine neue Gebühr und fährt wieder vor. Diese Gebühr beträgt wieder 94,05 Euro.
Theorieprüfung: Wie viele Fragen, wie viele Fehler, welche Sprache
Die Theorieprüfung ist der Teil, vor dem Zugezogene den meisten Respekt haben, und zugleich der Teil, bei dem die Verordnung am deutlichsten wird. Die Anzahl der Fragen, die Fehlergrenze und die Bearbeitungszeit stehen im Reglamento General de Conductores. Alle drei Werte sind festgeschrieben, nicht Verhandlungssache der Autoescuela. Die Sprache wählst Du selbst.
Der gemeinsame Fragebogen umfasst nach Anhang VI des Reglamento General de Conductores mindestens 30 und höchstens 50 Fragen. Durchgefallen ist, wer mehr als 10 Prozent der gestellten Fragen falsch beantwortet. Je Frage steht eine Minute zur Verfügung. Ein Bogen mit 30 Fragen bedeutet also 30 Minuten Zeit und höchstens 3 Fehler.
Spanisch ist nicht die einzige Prüfungssprache. Der offizielle Testdienst der DGT stellt die Fragen auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Katalanisch, Baskisch und Galicisch bereit, und dieselbe Sprachauswahl nennt die spanische Fachpresse für die eigentliche Prüfung. Für Auswanderer aus dem DACH-Raum fällt damit eine Hürde weg, bevor sie entsteht. Bei den Sonderpermisos bleibt es dagegen bei Spanisch und den kooffiziellen Sprachen.
Die Gebühr gibt Dir laut DGT das Recht auf zwei Prüfungstermine. Das Ergebnis kommt oft am selben Tag. Scheiterst Du in beiden Terminen, zahlst Du die Gebühr erneut und stellst einen neuen Antrag. Drei Antritte sind nur bei der Wiedererlangung des Führerscheins nach Punktverlust vorgesehen.
Wer nach Ablauf der sechs Monate einfach weiterfährt, fährt ohne gültige Fahrerlaubnis. Was die Guardia Civil bei einer Kontrolle ansetzt, steht im Bußgeldkatalog für Spanien. Die Frist ist kein Puffer.
Was die Autoescuela in Andalusien kostet
Jetzt zur Rechnung. Fahrschulpreise sind in Spanien frei, die staatlichen Gebühren dagegen überall gleich, und genau deshalb streuen die Gesamtkosten so stark. Wir nennen hier nur Beträge aus veröffentlichten Preislisten und datierten Verbraucherquellen. Jeder Posten in der Tabelle nennt Betrag, Stand und Quelle, damit Du siehst, worauf sich die Zahl bezieht.
Kostenaufstellung Führerschein in Andalusien
|
Posten |
Betrag |
Stand |
Quelle |
|---|---|---|---|
|
Tasa 2.1 |
94,05 Euro |
2026 |
DGT |
|
Tasa 2.3 |
28,87 Euro |
2026 |
DGT |
|
Attest Sevilla |
25 bis 45 Euro |
2026 |
practica-psicotecnico.es |
|
Attest Málaga |
30 bis 50 Euro |
2026 |
practica-psicotecnico.es |
|
Fahrstunde Málaga |
30 Euro |
2026 |
Autoescuela Echeverría |
|
Zehnerpaket Málaga |
265 Euro |
2026 |
Autoescuela Echeverría |
|
Fahrstunde Sevilla |
38 bis 57 Euro |
30.04.2026 |
Dribo |
|
Gesamtkosten Sevilla |
950 bis 1.600 Euro |
30.04.2026 |
Dribo |
Die staatliche Seite ist schnell erzählt. Die Tasa 2.1 kostet 94,05 Euro, Stand 2026, und steht so im Gebührenkatalog der DGT. Wer statt einer Prüfung nur umschreiben darf, zahlt die Tasa 2.3 mit 28,87 Euro. Zwischen beiden Wegen liegen allein bei der Behördengebühr 65,18 Euro.
Vor der Anmeldung steht das Attest. Das Verbraucherportal practica-psicotecnico.es nennt für Sevilla 25 bis 45 Euro und für Málaga 30 bis 50 Euro, jeweils für die Untersuchung im Centro de Reconocimiento de Conductores ohne die Behördengebühr. Geprüft werden Sehkraft, Koordination, Reaktion und Gehör. Das dauert selten länger als eine halbe Stunde.
Bei den Fahrstunden wird es regional. Die Autoescuela Echeverría in Málaga veröffentlicht ihre Preisliste: eine einzelne Fahrstunde kostet 30 Euro, ein Zehnerpaket 265 Euro, ein Paket mit 30 Stunden 690 Euro. Für Sevilla nennt der Anbieter Dribo am 30.04.2026 bei klassischen Fahrschulen 38 bis 57 Euro je Fahrstunde von 45 Minuten. Zwischen 30 und 57 Euro liegen bei zehn Stunden 270 Euro.
Unter dem Strich nennt Dribo für Sevilla Gesamtkosten von 950 bis 1.600 Euro. Wie viel es bei Dir wird, hängt fast nur an der Menge der Fahrstunden. Die DGT empfiehlt in ihrem Manual de buenas prácticas eine Mindestdauer von 45 Minuten je Fahrstunde. Kürzere Einheiten verfälschen jeden Vergleich.
Mit dem Führerschein kommt das Auto, und damit die nächste Runde Papierkram. Ob Du Deinen Wagen aus Deutschland nach Spanien einführst oder hier kaufst, entscheidet über Steuer, Kennzeichen und den Termin bei der ITV. Jeder Posten hat seine eigene Frist.
Dazu kommt die Umweltplakette, die an der Windschutzscheibe klebt und Deinen Wagen einer Abgaskategorie zuordnet. Viele kennen sie nicht. In den Umweltzonen der großen Städte wird sie kontrolliert, und an Autos mit ausländischem Kennzeichen fehlt sie oft.
Unser Insider-Tipp:
Fahrschulen in Andalusien verkaufen Stundenpakete mit Rabatt, aber ein Paket nützt wenig, wenn nach zwei erfolglosen Prüfungsterminen ohnehin ein neuer Antrag fällig wird. Sinnvoller ist es, zunächst einzelne Stunden zu nehmen, die eigene Einschätzung mit der des Fahrlehrers abzugleichen und das große Paket erst danach zu kaufen. Ebenso wichtig: den Ausbildungsvertrag vor der Zahlung lesen, denn dort steht, was im Paketpreis enthalten ist und was extra berechnet wird.
Die Theorie lässt sich auf Deutsch ablegen. Der Rest nicht. Der Fahrlehrer erklärt auf Spanisch, der Arzt im Centro de Reconocimiento de Conductores fragt auf Spanisch, und der Prüfer neben Dir sagt „en la siguiente rotonda, la segunda salida“. Wer solche Anweisungen erst im Kopf übersetzt, verliert genau die Sekunden, in denen der Prüfer mitschreibt, und ein paar Wochen gezieltes Sprechtraining vor der ersten Fahrstunde wirken deshalb stärker als drei zusätzliche Runden um den Block.
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Bei Preply buchst Du einzelne Stunden mit muttersprachlichen Lehrern und filterst nach Zielen wie Behördenspanisch oder freier Konversation. Für die Autoescuela brauchst Du niemanden, der Vokabellisten abfragt, sondern jemanden, der mit Dir die Anweisungen durchgeht, die ein Prüfer im Auto benutzt. Die Lehrer setzen ihre Preise selbst. Du siehst sie vor der Buchung.
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Häufige Fragen
Der Führerschein ist nur eine Zeile auf einer längeren Liste. Wer nach Andalusien zieht, stolpert in derselben Reihenfolge über Anmeldung, Krankenversicherung, Steuernummer und Schulplatz, und jedes dieser Verfahren hat eigene Fristen. Die Reihenfolge entscheidet. Wir haben sie einmal sauber aufgeschrieben, samt durchgerechneten Budgets für drei Musterfamilien.
Fazit
Die Behördengebühr entscheidet hier gar nichts. Den Preis machen die Fahrstunden: in Málaga ab 30 Euro je Einheit, in Sevilla bis 57 Euro. Unterm Strich stehen für den Führerschein in Sevilla 950 bis 1.600 Euro. Wer die Theorie auf Deutsch ablegt und trotzdem früh Spanisch übt, drückt genau die Position, die den Ausschlag gibt.
Die sechs Monate sind keine Empfehlung, sondern eine Frist. Danach steht, wer aus den USA, Kanada, Australien oder Südafrika kommt, ohne gültige Fahrerlaubnis da und beginnt bei der Autoescuela von vorn; ein Brite dagegen darf seit dem 16. März 2023 schlicht umschreiben. Frag die DGT, nicht das Forum. Alle weiteren Schritte sammeln wir im Bereich Auswandern.
Quellen und Stand
DGT, Requisitos, preparación y presentación a examen (abgerufen 21.09.2026) · DGT Sede Electrónica, Solicitud examen teórico por libre und Gebührenkatalog, Tasa 2.1 und Tasa 2.3 (abgerufen 21.09.2026) · Reglamento General de Conductores, Real Decreto 818/2009, Anhang VI (abgerufen 21.09.2026) · DGT, Conducir con un permiso extranjero (abgerufen 21.09.2026) · DGT, Países con convenio de canjes (abgerufen 21.09.2026) · DGT, Pressemitteilung zum Abkommen mit dem Vereinigten Königreich vom 14.03.2023 (abgerufen 21.09.2026) · DGT, Manual de buenas prácticas en las autoescuelas (abgerufen 21.09.2026) · Autoescuela Echeverría, Málaga, Preisliste (abgerufen 21.09.2026) · Dribo, Kosten des Führerscheins in Sevilla, 30.04.2026 (abgerufen 21.09.2026) · practica-psicotecnico.es, Preise für das ärztliche Attest (abgerufen 21.09.2026). Geprüft am 21.09.2026.


