Basura Steuer: Was die neue Müllgebühr wirklich kostet
Die Basura Steuer ist seit April 2025 für jede spanische Gemeinde Pflicht. In Granada zahlt eine Musterwohnung mit 121 Quadratmetern dafür 96,69 Euro im Jahr, in Palma del Río sind es 152,80 Euro. Der Betrag hängt nicht mehr an einer Pauschale, sondern an Fläche, Katasterwert und Wohnlage.
Das Wichtigste in Kürze
Warum jetzt eine eigene Rechnung für den Müll kommt
Lange stand der Müll in Spanien als kleine Zeile im Steuerbescheid, und diese Zeile war seit Jahren dieselbe. Das ist vorbei. Die Ley 7/2022 vom 8. April 2022 verpflichtet jede Gemeinde, eine eigene Abgabe für die Abfallentsorgung zu erheben, und diese Abgabe muss ihre Kosten decken. Die spanische Regierung hält dazu fest, dass die Frist im April 2025 abgelaufen ist und Gemeinden ohne eine solche Abgabe sie ab 2025 verpflichtend einführen müssen.
Im Gesetzestext selbst steht der entscheidende Halbsatz: Erstmals werde die Verpflichtung aufgenommen, dass die Kommunen über eine Gebühr oder andernfalls über eine nichtsteuerliche öffentliche Abgabe verfügen. Zwei Rechtsformen also. Ein Ergebnis. Für dich macht der Unterschied vor allem beim Rechtsweg etwas aus, nicht beim Betrag. Auf dem Kontoauszug steht in beiden Fällen dasselbe: eine eigene Position für die Tonne.
Dahinter steckt kein spanischer Alleingang. Das Gesetz setzt europäische Vorgaben um und hängt an Quoten: 55 Prozent Wiederverwendung und Recycling bis 2025, 60 Prozent bis 2030, 65 Prozent bis 2035. Wer sauber trennt, soll weniger zahlen. Für dich als Eigentümer bedeutet das zunächst nur eines: Auf der Liste der laufenden Kosten steht eine Position mehr, direkt neben der IBI Steuer.
Wie hoch diese Position ausfällt, entscheidet dein Rathaus und niemand sonst. Es gibt keinen landesweiten Satz und keine Obergrenze aus Madrid. Jede Gemeinde rechnet ihre eigenen Entsorgungskosten durch und verteilt sie auf die Immobilien in ihrem Gebiet. Deshalb liegen zwei Nachbarorte in derselben Provinz schnell weit auseinander, obwohl dieselbe Müllabfuhr durch beide Straßen fährt.
Was Wohnungen 2026 in drei andalusischen Gemeinden zahlen
|
Gemeinde |
Betrag 2026 |
Grundlage |
|---|---|---|
|
Granada, Wohnung mit 121 Quadratmetern |
96,69 Euro im Jahr |
Ordenanza fiscal Nummer 25 |
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Granada, dieselbe Wohnung im Vorjahr |
124,08 Euro im Jahr |
alter Satz zum Vergleich |
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Granada, fester Teil |
86,84 Euro im Jahr |
51,15 Euro nach Fläche, 35,69 Euro nach Katasterwert |
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Granada, beweglicher Teil |
9,85 Euro im Jahr |
Abfallmenge des Viertels |
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Palma del Río, Unterflurcontainer |
152,80 Euro im Jahr |
fester Satz je Wohnung |
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Palma del Río, oberirdischer Container |
116,00 Euro im Jahr |
fester Satz je Wohnung |
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Vélez-Málaga |
fester plus beweglicher Teil |
kein Einheitsbetrag je Wohnung |
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Málaga Stadt |
nicht belegbar |
Gebührenordnung am 21.09.2026 nicht abrufbar |
geprüft am 21.09.2026, Quellen: Ayuntamiento de Granada, Ordenanza fiscal 25 · Boletín Oficial de la Provincia de Córdoba vom 16.12.2025 · Ayuntamiento de Vélez-Málaga
Wie sich der Betrag zusammensetzt
Granada hat seine Rechnung offengelegt, und sie zeigt gut, wie die neue Systematik arbeitet. Grundlage ist die Ordenanza fiscal Nummer 25. Der feste Teil entsteht aus zwei Werten: 51,15 Euro nach Fläche und 35,69 Euro nach Katasterwert, zusammen also 86,84 Euro. Dazu kommt ein beweglicher Teil, der die Abfallmenge des Viertels abbildet und im Rechenbeispiel der Stadt bei 9,85 Euro landet. Unter dem Strich stehen 96,69 Euro im Jahr für eine Wohnung mit 121 Quadratmetern im Stadtteil Chana.
Der Vergleich mit dem Vorjahr lohnt sich. Dieselbe Wohnung zahlte 2025 noch 124,08 Euro, die neue Abgabe liegt 22,08 Prozent darunter. Die Umstellung macht den Müll also nicht automatisch teurer. Sie verteilt ihn anders: große Wohnungen in Vierteln mit viel Restmüll zahlen mehr, kleine Wohnungen in gut trennenden Vierteln weniger. Genau das ist mit dem Satz gemeint, den spanische Rathäuser derzeit in jede Pressemitteilung schreiben: Wer verschmutzt, zahlt.
Anders sieht es in Palma del Río aus, einer Gemeinde in der Provinz Córdoba. Dort gilt seit dem 1. Januar 2026 ein fester Satz je Wohnung, und er hängt an der Art der Tonne vor der Tür. Eine Wohnung an einem Unterflurcontainer zahlt 152,80 Euro im Jahr, eine Wohnung an einem oberirdischen Container 116,00 Euro. Abgerechnet wird vierteljährlich, und zwar in vier gleichen Raten über das Jahr verteilt, die letzte davon als Mindestbetrag.
Vélez-Málaga geht einen dritten Weg. Auch dort gilt die neue Abgabe seit dem 1. Januar 2026, und auch dort setzt sie sich aus einem festen und einem beweglichen Teil zusammen. Der bewegliche Teil entsteht aus Katasterwert, Wohnfläche und der sogenannten unidad territorial, also dem Gebiet, in dem die Wohnung liegt. Einen Einheitsbetrag je Wohnung gibt es dort nicht. Zwei Nachbarn zahlen verschieden.
Drei Gemeinden, drei Rechenwege. Das ist kein Zufall. Das ist kein Übergangszustand, sondern der Normalfall in Andalusien mit seinen acht Provinzen und über siebenhundert Gemeinden. Wer vom Betrag in Granada auf den Betrag in Marbella schließt, rechnet mit einer Zahl, die es nicht gibt. Die belastbare Auskunft steht in genau einem Dokument: der Ordenanza fiscal deiner eigenen Gemeinde.
Für die Stadt Málaga selbst liegt die beschlossene Gebührenordnung nur als PDF vor, und dieses PDF war am 21.09.2026 aus unserer Recherche nicht abrufbar. Wir nennen deshalb keinen Betrag für Málaga. Sicher ist allein die Struktur: fester Sockel, beweglicher Aufschlag, Bemessung über Fläche und Katasterwert. Frag im Zweifel direkt beim Rathaus nach der gültigen Fassung.
Wo findest du die Zahl für deine eigene Adresse? Auf der Website deines Rathauses, unter sede electrónica und dort bei den ordenanzas fiscales. Jede Gemeinde muss ihre Gebührenordnungen dort veröffentlichen, meist als PDF, oft zusammen mit dem Zahlungskalender des Jahres. Das ist mühsam. Aber es ist die einzige Quelle, die im Streitfall zählt, und sie ist kostenlos. Ein Portal, das Beträge für hunderte Gemeinden sammelt, ist bequem und im Zweifel veraltet.
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Wer zahlt: Eigentümer, Mieter oder beide
Die zweite Frage nach dem Betrag ist die nach dem Namen auf dem Bescheid. Sie wird oft falsch beantwortet, weil beide denkbaren Antworten stimmen. In Palma del Río nennt die Gebührenordnung als Abgabenschuldner die natürlichen und juristischen Personen, die Inhaber der Wohnung sind, sie bewohnen oder nutzen. Vélez-Málaga zählt Eigentümer und Nutzer nebeneinander auf.
Praktisch heißt das: Der Bescheid geht an den Eigentümer. Granada sagt dazu ausdrücklich, dass die Abgabe die Nutzer der Immobilie trifft und bei Vermietung auf den Mieter umgelegt werden kann. Ob sie das in deinem Fall wird, steht nicht in der Gebührenordnung, sondern in deinem Mietvertrag. Steht dort nichts, bleibt die Rechnung beim Eigentümer hängen.
Leerstand schützt übrigens nicht. Granada sieht für leerstehende Immobilien einen reduzierten Satz vor, keine Befreiung. Wer ein Ferienhaus an der Küste besitzt und es drei Monate im Jahr nutzt, bekommt trotzdem einen Bescheid. Das ist die Logik einer Abgabe für eine bereitgestellte Leistung: Bezahlt wird die Tonne vor der Tür, nicht der Sack darin.

So kommst du von der Gebührenordnung zur fertig eingerichteten Lastschrift
So läuft die Zahlung ab
Granada verschickt 2026 einen einzigen Jahresbescheid, und der Versand beginnt im April. Ab 2027 wird dort alle zwei Monate per Lastschrift abgebucht. Vélez-Málaga arbeitet 2026 mit Einzelbescheiden und stellt ab 2027 auf ein jährliches Verzeichnis um, das padrón. Palma del Río rechnet vierteljährlich ab.
- Die Ordenanza fiscal deiner Gemeinde nachlesen, meist unter sede electrónica.
- Den Zahlungskalender des Jahres danebenlegen; er steht im selben Bereich.
- Die Lastschrift vom spanischen Konto einrichten, auf Spanisch domiciliación.
- Die Ermäßigung beantragen, falls Einkommen oder Lage sie hergeben.
- Den ersten Bescheid prüfen und die Frist im Kalender notieren.
Diese Umstellung ist der Punkt, an dem Auswanderer Geld verlieren. Ein Bescheid, der per Post an eine Adresse geht, die du im Winter nicht besuchst, wird nicht bezahlt. Nicht bezahlt heißt in Spanien nach Ablauf der freiwilligen Frist: Zuschlag, dann Beitreibung, am Ende der Zugriff aufs Konto. Eine Lastschrift ist deshalb kein Komfort, sondern die günstigste Versicherung gegen eine Frist, die du nicht mitbekommst.
Ermäßigungen und der Realitäts-Check
Es gibt Ermäßigungen, und sie fallen höher aus, als viele erwarten. Granada senkt die Abgabe um 90 Prozent für Menschen in behördlich anerkannter sozialer Notlage und um 80 Prozent für Haushalte, deren Familieneinkommen unter dem 1,5-Fachen des IPREM liegt. Palma del Río staffelt ähnlich: 90 Prozent, 75 Prozent und 50 Prozent, je nach Einkommen und Familiengröße. Beantragt werden diese Nachlässe beim Rathaus, und sie laufen nicht von selbst weiter.
Auch Betriebe kommen vor. Granada gewährt Lebensmittelgeschäften und Gastronomie 90 Prozent Nachlass, wenn sie mit sozialen Einrichtungen zusammenarbeiten und so Lebensmittelabfall vermeiden. Das ist für Auswanderer mit einer kleinen Bar oder einem Laden die einzige Stellschraube, die wirklich etwas bewegt. Sie steht in derselben Gebührenordnung wie der Wohnungstarif, nur ein paar Artikel weiter.
Verwechsle die neue Abgabe nicht mit der Grundsteuer. Beide kommen vom selben Rathaus, beide betreffen dieselbe Immobilie, und beide werden meist per Lastschrift eingezogen. Trotzdem sind es zwei Bescheide. Zwei Fristen. Wer nur eine Lastschrift einrichtet, hat die andere Frist weiterhin offen, und das fällt erst auf, wenn der Zuschlag im Briefkasten liegt.
Unser Experten-Tipp:
Verlang im Rathaus nicht den Betrag, sondern zwei Dokumente: die geltende Ordenanza fiscal und den calendario fiscal des Jahres. Im ersten steht, wie deine Wohnung eingestuft wird, im zweiten, wann abgebucht wird. Mit beidem in der Hand brauchst du keine Auskunft mehr am Schalter.
Was die Abgabe bei dir konkret auslöst, hängt weniger vom Betrag ab als von deiner Wohnsituation. Für eine Mietwohnung in Granada reden wir über rund acht Euro im Monat. Das ändert kein Budget. Für ein Haus mit großer Fläche und hohem Katasterwert in einer Gemeinde mit beweglicher Komponente sieht die Sache anders aus, und niemand kann dir den Betrag vorher nennen. Nur das Rathaus kann das. Frag dort.
Wen die Sache kaum betrifft: Wer zur Miete wohnt und einen Vertrag ohne Umlageklausel hat, zahlt nichts und muss nichts beantragen. Auch wer erst kauft, findet die Position nicht in den Kaufnebenkosten, sondern in den laufenden Nebenkosten danach. Die neue Zeile taucht dort auf, wo Müll früher unsichtbar war, und das ist der ganze Unterschied.
Der Umzug selbst ist der beste Zeitpunkt, das zu klären. Wer eine Wohnung übernimmt, fragt beim Empadronamiento oder spätestens beim ersten Gang ins Rathaus nach der Gebührenordnung und nach dem Zahlungskalender. Beides liegt dort aus. Wer stattdessen wartet, bis der erste Bescheid kommt, hat die Frist oft schon zur Hälfte verbraucht.
Damit die Lastschrift überhaupt greift, muss am Stichtag Geld auf dem spanischen Konto liegen. Wer Gehalt oder Rente weiterhin in Deutschland, Österreich oder der Schweiz bekommt, schiebt dafür regelmäßig einen Betrag über die Grenze. Die Gebühr dafür fällt bei der alten Hausbank schnell höher aus als der Bescheid, um den es geht.
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Häufige Fragen
Wenn du die Abgabe gegen Miete, Strom und Versicherung stellen willst, trag sie im Kostenrechner als festen Jahresposten ein. Sie ist klein. Aber sie kommt jedes Jahr wieder, und sie steigt mit der Fläche.
Mehr als eine Abgabe: Dein Umzug komplett geplant
Der Andalusien-Masterplan geht über die Müllgebühr hinaus: 78 Seiten mit 12 Checklisten, 3 Musterfamilien mit durchgerechnetem Budget und allen 8 Provinzen im Vergleich. Das Inhaltsverzeichnis kannst du dir vorab als PDF ansehen, bevor du dich entscheidest.
Fazit
Unter dem Strich ist die Basura Steuer keine neue Last, sondern eine sichtbar gemachte alte. In Granada zahlt die Musterwohnung 96,69 Euro im Jahr und damit weniger als 2025, in Palma del Río sind je nach Tonne 152,80 Euro oder 116,00 Euro fällig. Die Spanne zwischen zwei Gemeinden ist größer als jeder Unterschied, den du durch besseres Trennen erreichst.
Der teuerste Irrtum ist nicht die Höhe, sondern die Annahme, der Bescheid komme schon irgendwann von allein. Er kommt an die Adresse im Kataster, einmal, mit einer Frist. Richte die Lastschrift ein, bevor der erste Bescheid unterwegs ist, und lies deinen Mietvertrag daraufhin, wer die Abgabe am Ende trägt. Beides kostet eine halbe Stunde und erspart dir einen Zuschlag, den kein Rathaus zurückbucht.
Quellen und Stand
Ayuntamiento de Granada, Tasa de Residuos a partir de 2026, Ordenanza fiscal 25 (abgerufen 21.09.2026) · Boletín Oficial de la Provincia de Córdoba Nr. 240 vom 16.12.2025, Ordenanza fiscal Palma del Río (abgerufen 21.09.2026) · Ayuntamiento de Vélez-Málaga, Tasas de residuos 2026 (abgerufen 21.09.2026) · Ley 7/2022, de 8 de abril, Boletín Oficial del Estado (abgerufen 21.09.2026) · La Moncloa, Ley de Residuos (abgerufen 21.09.2026). Geprüft am 21.09.2026.


